Die Pflege eines Angehörigen zu Hause ist eine wertvolle und liebevolle Aufgabe und gleichzeitig bringt sie große Herausforderungen mit sich, sowohl körperlich als auch emotional. Im Alltag können schnell Fehler entstehen, die für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige belastend werden.

Damit die häusliche Pflege langfristig gut gelingt, zeigen wir Ihnen die fünf häufigsten Fehler und wie Sie diese vermeiden können: Erfahren Sie hier alles über häufige Pflegefehler zuhause.

1. Die eigene Belastung unterschätzen

Viele pflegende Angehörige stellen ihre eigenen Bedürfnisse hinten an. Freizeit, Erholung und soziale Kontakte bleiben oft auf der Strecke. Auf Dauer kann das zu Erschöpfung, Frust oder sogar gesundheitlichen Problemen führen. Auch Spannungen zwischen Pflegenden und Pflegebedürftigen entstehen dadurch häufig schneller.

So vermeiden Sie diesen Fehler:

Gönnen Sie sich bewusst Auszeiten und nehmen Sie Unterstützung an. Möglichkeiten wie Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege oder Tagespflege helfen dabei, neue Kraft zu tanken. Auch Gespräche mit einer Pflegeberatung können entlasten und passende Hilfsangebote aufzeigen. Stellen Sie Ihre Bedürfnisse nicht hinten an, denn nur wenn es Ihnen körperlich und geistig gut geht, kann die Pflege des Angehörigen für beide Seiten harmonisch sein.

2. Pflegeleistungen zu spät beantragen

Aus Unsicherheit oder fehlender Information werden Leistungen wie Pflegegrad, Pflegegeld (Pflegefinanzierung) oder Pflegehilfsmittel oft erst spät beantragt. Dadurch gehen wichtige finanzielle und praktische Unterstützungen verloren.

Tipp zum Vermeiden dieser Fehler:

Stellen Sie Anträge (hier finden Sie unsere Anleitung zur Beantragung Pflegegrad) möglichst frühzeitig bei der Pflegekasse. Leistungen werden in der Regel erst ab dem Monat der Antragstellung bewilligt. Der Medizinische Dienst (MD) beurteilt anschließend den Pflegegrad. Zusätzlich übernimmt Kranken- und Pflegekasse häufig Kosten für Pflegehilfsmittel wie Handschuhe, Bettschutzeinlagen oder Desinfektionsmittel.

Über die Pflegeagentur 24 beraten wir Sie gerne rund um die sogenannte Pflegebox. Diese kann individuell mit Pflegehilfsmitteln zusammengestellt werden und wird – bei vorhandenem Pflegegrad – bis zu einem Wert von 42 Euro monatlich von der Pflegekasse übernommen. Gerne unterstützen wir Sie auch bei der Bestellung und Beantragung.

Tipp: Lesen Sie hierzu: (Die Pflegebox ist kostenlos)

Abweichend von der professionellen Pflege-dokumentation

3. Gefahrenquellen in der Wohnung übersehen

Schon kleine Stolperfallen können im Alltag große Folgen haben. Teppichkanten, lose Kabel, schlechte Beleuchtung oder fehlende Haltegriffe erhöhen besonders bei älteren Menschen das Risiko für Stürze.

Tipp zum Vermeiden dieses Fehlers:

Achten Sie auf eine möglichst sichere und barrierefreie Wohnumgebung. Entfernen Sie Stolperfallen, sorgen Sie für ausreichend Licht und installieren Sie Haltegriffe im Badezimmer oder an Treppen. Bewegungsmelder können nachts zusätzliche Sicherheit bieten. Das Thema „Sturzprophylaxe“ (Sturzprophylaxe) und barrierefreies Wohnen (Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen) sind weitläufige Themen im Bereich der Pflege und werden oft unterschätzt. Lassen Sie sich zu diesem Thema gerne von uns beraten.

Abweichend von der professionellen Pflege-dokumentation

4. Fehlende Dokumentation im Pflegealltag

Im stressigen Alltag werden Medikamentengaben, Veränderungen des Gesundheitszustands oder besondere Vorkommnisse häufig nicht festgehalten. Dadurch können wichtige Informationen verloren gehen.

So vermeiden Sie diesen Fehler:

Führen Sie eine einfache Pflegedokumentation. Notieren Sie wichtige Beobachtungen, Medikamente oder Arzttermine regelmäßig. Das erleichtert Arztbesuche, schafft Sicherheit bei der Versorgung und dient bei Begutachtungen durch den Medizinischen Dienst als hilfreicher Nachweis.

Für eine engmaschige Dokumentation, evtl. für die Beantragung eines Pflegegrades oder eine Höherstufung, könnte das Führen eines Pflegetagebuches von Vorteil für Sie und den Medizinischen Dienst sein.

Tipp: Unser Pflegedienst bietet auch hier Hilfe in Form einer Vorlage zum Download finden Sie kostenlos an. (Pflegetagebuch)

2. Pflege- sachleistungen (Kombinations- pflege)

Abweichend von der professionellen Pflege-dokumentation

5 häufige Fehler in der Pflege

Abweichend von der professionellen Pflege-dokumentation

5. Fehlende Kommunikation – besonders bei Demenz

Gerade Menschen mit Demenz reagieren sensibel auf Hektik, Korrekturen oder Überforderung. Missverständnisse führen schnell zu Unsicherheit, Wut oder Rückzug.

Tipps zum Vermeiden dieser Fehler:

Sprechen Sie ruhig, freundlich und in kurzen, klaren Sätzen. Vermeiden Sie Diskussionen oder ständiges Korrigieren. Wichtig ist es, Verständnis zu zeigen und die Gefühle des Erkrankten ernst zu nehmen. Geduld und ein wertschätzender Umgang erleichtern den Pflegealltag oft erheblich. Besonders in Familien, in denen Angehörige Pflegende sind, ist Kommunikation ein Schlüsselelement.

Jederzeit bietet unser Pflegedienst auch professionelle Pflegeberatung an. Hier erhalten Sie Informationen rund um die Pflege, Umgang & Kontakt mit Menschen, die pflegen oder Pflege erhalten, Pflegegeld & Pflegegrad, wenn Sie dies in Anspruch nehmen wollen. Diese Leistung ist für Sie kostenlos und erfolgt halbjährlich.

Weitere Informationen über den Umgang mit Demenzerkrankten finden Sie hier: Demenz – der richtige Umgang

Frühzeitig Unterstützung annehmen

Niemand muss die Pflege alleine bewältigen. Ein ambulanter Pflegedienst kann Sie im Alltag entlasten und dabei helfen, die Pflegequalität langfristig zu sichern. Gleichzeitig bleibt mehr Zeit für die schönen gemeinsamen Momente mit Ihren Angehörigen.

Hinweis:

Ein guter ambulanter Pflegedienst bietet weit mehr als nur Unterstützung bei der Körperpflege. Je nach persönlicher Situation gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten, den Pflegealltag zu erleichtern und sowohl Pflegebedürftige als auch Angehörige zu entlasten.

Dazu gehören unter anderem Leistungen der Grundpflege, Behandlungspflege sowie hauswirtschaftliche Unterstützung (Haushaltshilfe) im Alltag. Auch eine Alltagsbegleitung kann sinnvoll sein – beispielsweise für Botengänge, Arztbesuche oder einfach für gemeinsame Gespräche und soziale Momente.

Auch die Möglichkeit einer sogenannten „24-Stunden-Pflege“ sollte nicht außer Betracht gelassen werden. Gerade bei einem höheren Unterstützungsbedarf kann diese Form der Betreuung eine wertvolle Entlastung und zusätzliche Sicherheit im Alltag bieten.

Bei der Pflegeagentur 24 finden wir für jede Lebenslage eine individuell zugeschnittene Lösung: persönlich, zuverlässig und passend zu den Bedürfnissen unserer Kundinnen und Kunden.

Bildquelle: AdobeStock_35385058