– Unterstützung aus Liebe und Verantwortung
Viele pflegebedürftige Menschen wünschen sich, so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben. Um diesem Wunsch nachzukommen, übernehmen häufig Angehörige – Partner, Kinder oder andere nahestehende Personen – die Aufgabe, zu pflegen. Die Pflege durch Angehörige ist eine der häufigsten Pflegeformen in Deutschland. Doch was genau bedeutet das eigentlich, welche Vor- und Nachteile gibt es und welche finanziellen Unterstützungen stehen pflegenden Angehörigen zu?
Was bedeutet Pflege durch Angehörige?
Von Pflege durch Angehörige spricht man, wenn Menschen aus dem familiären oder nahen Umfeld regelmäßig Pflege- oder Betreuungsaufgaben übernehmen, ohne dafür einen professionellen Pflegedienst vollständig einzusetzen.
Das kann zum Beispiel bedeuten:
- Hilfe bei der Körperpflege
- Unterstützung im Haushalt
- Begleitung zu Arztterminen
- Beaufsichtigung und
- Betreuung
- Organisation von Medikamenten und Pflegeleistungen
Die Pflege kann dabei allein durch Angehörige oder in Kombination mit einem ambulanten Pflegedienst erfolgen. Voraussetzung für die Abrechnung von Leistungen durch den Pflegedienst ist ein Pflegegrad.
Abweichend von der professionellen Pflege-dokumentation
Vorteile der Pflege durch Angehörige
Die Pflege durch vertraute Personen bringt viele positive Aspekte mit sich:
- Vertrauen und Nähe: Pflegebedürftige fühlen sich oft sicherer und wohler
- Individuelle Betreuung: Angehörige kennen Gewohnheiten und Bedürfnisse genau
- Flexibilität: Pflege kann persönlicher und spontaner gestaltet werden
- Erhalt der Selbstständigkeit: Die vertraute Umgebung bleibt erhalten
- Finanzielle Unterstützung möglich: Pflegegeld und weitere Leistungen stehen zur Verfügung
Abweichend von der professionellen Pflege-dokumentation
Nachteile und Herausforderungen
So wertvoll die Pflege durch Angehörige ist – sie kann auch sehr belastend sein:
- Hohe körperliche und emotionale Belastung
- Zeitlicher Aufwand, oft neben Beruf und Familie
- Gefahr der Überforderung oder Erschöpfung
- Fehlendes Fachwissen im Umgang mit Pflegebedürftigkeit
- Wenig Erholungsphasen, wenn keine Unterstützung genutzt wird
Deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig über Entlastungsangebote und finanzielle Hilfen zu informieren.
Welche Leistungen und Gelder können pflegende Angehörige beantragen?
Pflegende Angehörige haben Anspruch auf verschiedene Unterstützungen – abhängig vom Pflegegrad:
1. Pflegegeld
Wird die Pflege überwiegend von Angehörigen übernommen, zahlt die Pflegekasse monatliches Pflegegeld:
- Pflegegrad 2: 332 €
- Pflegegrad 3: 572 €
- Pflegegrad 4: 764 €
- Pflegegrad 5: 946 €
Das Pflegegeld steht dem Pflegebedürftigen zu, wird aber häufig an die pflegende Person weitergegeben. Hier finden Sie Informationen darüber, wie Sie einen Pflegegrad beantragen.
2. Pflegesachleistungen (Kombinationspflege)
2. Pflege- sachleistungen (Kombinations- pflege)
Wird zusätzlich ein ambulanter Pflegedienst eingebunden, können Pflegesachleistungen genutzt oder mit Pflegegeld kombiniert werden (Kombinationsleistung).
Abweichend von der professionellen Pflege-dokumentation

3. Entlastungsbetrag (132 € monatlich)
Allen Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 1 stehen 125 € pro Monat zur Verfügung – z. B. für:
- Haushaltshilfen
- Betreuungsangebote
- Entlastung pflegender Angehöriger
Der Betrag wird nicht ausgezahlt, sondern über zugelassene Anbieter abgerechnet.
4. Verhinderungs- und Kurzzeitpflege
Wenn pflegende Angehörige krank sind oder Urlaub benötigen:
- Verhinderungspflege: bis zu 1.612 € pro Jahr
- Kurzzeitpflege: ebenfalls bis zu 1.774 € pro Jahr
Beide Leistungen werden zusammengehörig abgerechnet.
Abweichend von der professionellen Pflege-dokumentation
5. Renten- und Unfallversicherung
Pflegende Angehörige, die mindestens 10 Stunden pro Woche pflegen, können:
- Rentenversicherungsbeiträge über die Pflegekasse erhalten
- automatisch unfallversichert sein
Fazit: Angehörige pflegen – aber nicht allein lassen
Die Pflege durch Angehörige ist ein wertvoller Beitrag für unsere Gesellschaft. Gleichzeitig darf sie keine Einbahnstraße sein. Wer pflegt, hat Anspruch auf Unterstützung, finanzielle Leistungen und Entlastung.
Eine Kombination aus familiärer Pflege und professioneller Unterstützung, etwa durch einen ambulanten Pflegedienst, kann helfen, Überlastung zu vermeiden und die Lebensqualität für alle Beteiligten zu sichern.





